Newsletter · · Ashutosh Agarwal

Uber fällt dieses Jahr um 25 Prozent: Anleger streiten über die Multi-Partner-Strategie beim autonomen Fahren

Uber-Investorennewsletter für den Zeitraum 23. bis 29. März 2026. UBER liegt seit Jahresbeginn 25 Prozent im Minus, während Podcasts darüber diskutieren, ob 30 AV-Partnerschaften Ergebnisse liefern oder Ausführungs- und Fahrerrisiken offenlegen werden.

Uber Technologies Inc ($UBER) Podcast-Newsletter

Woche vom 29. März 2026: Uber fällt dieses Jahr um 25 Prozent: Anleger streiten über die Multi-Partner-Strategie beim autonomen Fahren


📉 AKTIE UNTER DRUCK, WÄHREND AUTONOMIE-STRATEGIE AUF DEM PRÜFSTAND STEHT

Die Uber-Aktie ist seit Jahresbeginn um rund 25 Prozent und in der vergangenen Woche um rund 6 Prozent gefallen, was unter Podcast-Moderatoren eine intensive Debatte darüber ausgelöst hat, ob der ambitionierte Pivot des Unternehmens zum autonomen Fahren (AV) Ergebnisse liefern kann, oder ob die Aktie endlich ihren "wahren Wert" widerspiegelt.

Wichtige Episoden:

  • Rideshare Rodeo Podcast (27. März): "Ubers AV-Wette: 30 Partner, null Gewinner?"
  • The Road to Autonomy (27. März): "Dallas AV Deep Dive: Ubers Partner sind nicht bereit"
  • Show Me The Money Club (24. März): "Fahrer gegen Dara: Die Uber-Abrechnung"
  • The Compound and Friends (26. März): "Jonathan Boyar: Warum Uber bei 15x EBITDA missverstanden wird"

🚗 DIE AV-STRATEGIE: "IN 30 UNTERNEHMEN INVESTIERT"

Die Strategie von CEO Dara Khosrowshahi, mit Dutzenden von Anbietern autonomer Fahrzeuge zu kooperieren, anstatt selbst zu entwickeln, erntet sowohl Lob als auch Kritik.

Das Bullen-Argument (Jonathan Boyar bei The Compound and Friends)

Investor Jonathan Boyar verteidigte Ubers Multi-Partner-Ansatz und argumentierte, dass "das größte Netzwerk gewinnt" und dass Ubers Plattformmodell unabhängig davon profitiert, welcher AV-Anbieter sich am Ende durchsetzt. Er hob hervor:

  • 10 Mrd. US-Dollar jährlicher freier Cashflow sowie aktive Aktienrückkäufe
  • 15x EBITDA-Bewertung gegenüber 25-30x bei Technologie-Wettbewerbern
  • Netzwerkeffekte durch mehr als 150 Millionen monatliche Nutzer in über 70 Ländern
  • Diversifizierte Erlöse: rund 33 Prozent aus Uber Eats, wachsendes Werbegeschäft

Boyars Einschätzung: "Ich verstehe nicht, warum die Aktie nicht bei 125 steht. Das ergibt für mich keinen Sinn."

Das Bären-Argument (Rideshare Rodeo & The Road to Autonomy)

Skeptiker verweisen auf zunehmende Ausführungsprobleme:

Feldtests decken Lücken auf: Die Analysten Walter Piecyk und Grayson Brulte testeten Ubers AV-Partner in Dallas und stellten bei May Mobility und Ride AV erhebliche Leistungsprobleme fest. Piecyk merkte an, die Erfahrung sei "deutlich besser als in Arlington… fühlt sich aber nicht unmittelbar bevorstehend an."

Strategischer Fehler: Brulte argumentierte, der Verkauf von Ubers Advanced Technologies Group (ATG) an Aurora sei ein Fehler gewesen: "Wenn Uber das Programm intakt gehalten und die wichtigsten Ingenieurtalente behalten hätte, würden wir gerade ein völlig anderes Gespräch führen."

Fragmentierungsrisiko: Mit Partnern wie Rivian (1,2 Mrd. US-Dollar für 10.000 Robotaxis bis 2028), Lucid, Zoox, Baidu Apollo, Pony AI und weiteren stellten die Moderatoren die Frage, ob die Verwaltung mehrerer Anbieter im selben Markt operatives Chaos und Markenverwirrung erzeugt.


🔥 FAHRERAUFSTAND: LOHNKÜRZUNGEN, KLAGEN & ALGORITHMISCHE MANIPULATION

Der Podcast Show Me The Money Club (24. März) widmete der wachsenden Unzufriedenheit der Fahrer breiten Raum:

Wichtigste Beschwerdepunkte:

  • Systematische Lohnkürzungen trotz steigender Spritpreise
  • Keine Treibstoff-Ausgleichsprogramme, während Wettbewerber mit Elektrofahrzeug-Anreizen experimentieren
  • Neue Sammelklage, die Uber vorwirft, Ankunftszeitprognosen zu manipulieren, um Preisaufschläge von Fahrgästen zu erzielen
  • App-Änderungen, die die Möglichkeit der Fahrer einschränken, Fahrtprobleme zu dokumentieren

Moderator Sergio wies auf die Ironie in Khosrowshahis öffentlicher Aussage hin: "Niemand kennt Uber besser als die Fahrer, die es jeden Tag nutzen", während Fahrer zugleich berichten, in AV-Testmärkten systematisch an den Rand gedrängt zu werden.

Harry Campbells differenzierte Sichtweise: "Wenn alle ein bisschen sauer auf dich sind, machst du wahrscheinlich einen guten Job", räumte jedoch die wachsenden rechtlichen und reputationellen Risiken ein.


🏆 WETTBEWERBSBEDROHUNGEN: WAYMO, TESLA & KI-AGENTEN

Mehrere Podcasts hoben die sich verschärfende Konkurrenz hervor:

Waymos Dynamik: Mittlerweile werden über 500.000 Fahrten pro Woche mit überlegener Technologie und rascher geografischer Expansion angeboten. Brulte und Piecyk deuteten an, dass Waymos vertikal integrierter Ansatz sich letztlich gegenüber Ubers fragmentiertem Partnerschaftsmodell durchsetzen könnte.

Teslas FSD-Vorsprung: Obwohl noch nicht für Ride-Hailing kommerzialisiert, gilt Teslas Full-Self-Driving-Technologie als technisch Jahre voraus gegenüber den meisten Uber-Partnern.

Bedrohung durch KI-Agenten: Moderatoren bei The Road to Autonomy spekulierten, dass künftige KI-Agenten Ubers Aggregator-Modell vollständig umgehen könnten, indem sie Fahrgästen erlauben, direkt bei AV-Anbietern zu buchen.


💼 MANAGEMENT UNTER DRUCK

CEO Dara Khosrowshahi musste aufgrund der schwachen Aktienentwicklung einen Rückgang seiner Vergütung für 2025 um 10 Prozent hinnehmen, und mehrere Podcasts berichteten von wachsendem Druck seitens des Aufsichtsrats:

  • Ex-CEO Travis Kalanick ist Berichten zufolge "wieder mit im Boot"
  • Großinvestor Bill Ackman dürfte sich lauter zu Wort melden, sollte die Aktie weiter niedrig bleiben
  • Der unabhängige Aufsichtsratsvorsitzende Ronald Sugar sieht sich Fragen zur strategischen Ausrichtung ausgesetzt

📊 DIE ZAHLEN IM ÜBERBLICK

  • Aktienperformance: Rund 25 Prozent im Minus seit Jahresbeginn, rund 6 Prozent in der vergangenen Woche (Stand 27. März)
  • Freier Cashflow: Rund 10 Mrd. US-Dollar jährlich
  • Bewertung: 15x EBITDA (nach Boyar)
  • AV-Partnerschaften: Über 30 Unternehmen weltweit
  • Rivian-Deal: 1,2 Mrd. US-Dollar für bis zu 10.000 Robotaxis bis 2028
  • Waymo-Größenordnung: Über 500.000 Fahrten pro Woche

🎯 ERKENNTNISSE FÜR ANLEGER

Bullen argumentieren: Ubers Netzwerkeffekte, die Multi-Partner-AV-Strategie, der starke freie Cashflow und die diversifizierten Erlösströme machen das Unternehmen auf dem aktuellen Niveau unterbewertet.

Bären halten dagegen: Ausführungsrisiken, Gegenwind bei Fahrern und Regulierung, Wettbewerbsdruck durch Waymo/Tesla sowie ein begrenzter kurzfristiger AV-Umfang rechtfertigen den jüngsten Ausverkauf.

Konsens: Die nächsten 12 bis 18 Monate werden entscheidend sein. Anleger sollten Folgendes im Blick behalten:

  1. Fortschritte bei den Rivian-/Lucid-Einsätzen
  2. Ausgang der Fahrerklagen und regulatorische Maßnahmen
  3. Waymos fortgesetzte Expansion im Vergleich zur Performance der Uber-Partner
  4. Die Fähigkeit des Managements, AV-Investitionen mit der Profitabilität des Kerngeschäfts in Einklang zu bringen

📻 AUSGEWÄHLTE PODCAST-EPISODEN (24.–29. MÄRZ 2026)

  1. Rideshare Rodeo Podcast (27. März) - "Ubers AV-Wette: 30 Partner, null Gewinner?"
  2. The Road to Autonomy (27. März) - "Dallas AV Deep Dive: Ubers Partner sind nicht bereit"
  3. The Compound and Friends (26. März) - "Jonathan Boyar: Warum Uber bei 15x EBITDA missverstanden wird"
  4. Show Me The Money Club (24. März) - "Fahrer gegen Dara: Die Uber-Abrechnung"

Haftungsausschluss: Dieser Newsletter fasst Podcast-Kommentare zusammen und stellt keine Anlageberatung dar. Alle geäußerten Ansichten sind die der Podcast-Moderatoren und ihrer Gäste.