Newsletter · · Ashutosh Agarwal

Uber startet Europas erstes Robotaxi in Zagreb und setzt auf Tesla FSD, während Waymo und Lyft den Druck erhöhen

Uber-Investorennewsletter für den Zeitraum 6. bis 12. April 2026. Europas erstes kommerzielles Robotaxi startet in Zagreb, während Khosrowshahi grünes Licht für Tesla FSD auf der UBER-Plattform gibt.

Uber Technologies Wochenrückblick der Podcasts

8. bis 12. April 2026 | Fünf Episoden analysiert


📰 Die Schlagzeilen der Woche

Uber schreibt europäische Robotaxi-Geschichte. Am 8. April 2026 startete Uber in Zagreb, Kroatien, in Partnerschaft mit Vern und Pony AI den ersten kommerziellen autonomen Fahrdienst Europas. Zeitgleich befürwortete CEO Dara Khosrowshahi öffentlich die Nutzung von Tesla FSD durch Uber-Fahrer und erklärte, dass "Zehntausende Teslas" auf der Plattform unterwegs seien, wobei einige Fahrer die Full-Self-Driving-Technologie nutzten.


🎙️ Ausgewählte Episoden

1. "Uber und Vern starten Europas ersten Robotaxi-Dienst"

The Road to Autonomy | 11. April 2026

Die Moderatoren Walt und Grayson analysierten Ubers weitverzweigte Strategie im Bereich autonomes Fahren, die inzwischen rund 40 globale Partnerschaften umfasst. Der Start in Zagreb markiert einen Meilenstein, doch bei der Umsetzung bleiben Fragen offen.

Zentrale Erkenntnis: Walt äußerte eine wesentliche Sorge zu Ubers Multi-Partner-Ansatz: "Uber experimentiert mit all diesen Autonomie-Unternehmen, die noch Sicherheitsfahrer an Bord haben, und verliert dabei möglicherweise zusätzliche Märkte an Waymo oder gewinnt sie erst gar nicht." Stand April 2026 fährt neben Waymo nur WeRide fahrerlos auf der Uber-Plattform.

Wettbewerbsalarm: In Nashville hat sich Waymo für Lyft und nicht für Uber als Partner für die geteilte Fahrzeugflotte in dem neuen, 60 Quadratmeilen großen Servicegebiet entschieden. Walt spekulierte, dies könnte "ein Wendepunkt in der Erzählung für Lyft werden, das in immer mehr Märkten zum stillen zweiten Partner von Waymo wird."

Was als Nächstes ansteht: Vern und seine Partner befinden sich in Genehmigungsgesprächen mit elf weiteren EU-Märkten, darunter Großbritannien. VW/Moya wird bis Ende 2026 in Los Angeles öffentliche Fahrten (mit Sicherheitsfahrern) aufnehmen.


2. "Das Bündeln von regulären und reservierten Fahrten"

Show Me The Money Club | 8. April 2026

Die Moderatoren Sergio und Colin deckten mehrere Praktiken der Plattform auf, die bei Fahrern Bedenken auslösen, von mangelnder Transparenz beim Bündeln von Fahrten bis hin zu Identitätsbetrug.

Fahrerökonomie unter Beschuss:

  • Kontroverse um den Uber-Pro-5-%-Bonus: Sergio behauptete, der 5-prozentige Verdienstbonus des Diamond-Status sei "kompletter Hokuspokus", da die Grundtarife künstlich gesenkt würden, und bezeichnete die Anforderungen an die Annahmequote als Verstoß gegen Kaliforniens Proposition 22
  • Täuschung bei den "Ligen": Wöchentliche Fahrerwettbewerbe werben mit "Top 10"-Gewinnern, doch im Kleingedruckten steht "die fünf besten qualifizierten Fahrer" – die Moderatoren nannten dies "Bait and Switch"
  • Intransparenz beim Bündeln von Fahrten: Neue Bündelangebote kombinieren reguläre und reservierte Fahrten, verbergen jedoch Details während der Fahrt und zeigen nur die Bewertung eines einzigen Fahrgasts an

Spotlight auf Top-Verdiener: Trotz der Kritik stellte die Sendung "Ironman"-Fahrer vor, die in Boston und Atlanta wöchentlich zwischen 3.000 und 3.800 US-Dollar verdienen – ein Beweis dafür, dass beträchtliche Einkommen weiterhin möglich sind.

Betrugsermittlung steht bevor: CBS News California wird nach dem 14. April 2026 eine Recherche zu Identitätsbetrug bei Uber-Fahrern ausstrahlen. Sergio argumentierte, gefälschte Konten "drücken die Preise, weil sie den Algorithmus verzerren."

Enthüllung zu Tesla FSD: CEO Khosrowshahi bestätigte, dass Fahrer FSD nutzen, wobei einer 2.200 Fahrten mit einem Durchschnitt von 30 US-Dollar pro Stunde absolvierte. Sergio bezweifelte jedoch, dass Uber überhaupt in der Lage sei, die FSD-Nutzung zu erkennen und entsprechende Daten zu erfassen.


3. "Uber sieht seine Zukunft auf der Waymo-Plattform"

Autonomy Markets | 11. April 2026

Diese Episode beleuchtete die komplexe Beziehung zwischen Waymo und Uber sowie die sich abzeichnende Wettbewerbsdynamik.

Ineffizienz in Phoenix: Waymo betreibt in Phoenix zwei getrennte Flotten – eine für Waymo One, eine für Uber –, was die Moderatoren als betrieblich verschwenderisch infrage stellten.

Rückschlag in New York: Waymos Genehmigung für autonome Testfahrten lief am 31. März 2026 aus, und New York verbot AV-Tests. Grayson stellte fest: "Es ist keine Frage des Ob, sondern des Wann, wann Waymo in New York City an den Start geht."

Rätsel um die VW-Partnerschaft: Ubers offizielle Pressemitteilung zur VW/Moya-Partnerschaft, in deren Rahmen 100 ID-Buzz-Fahrzeuge in Los Angeles eingeführt werden, erwähnte "mit keinem Wort Mobileye", das öffentlich als selbstfahrender Partner von VW auftritt.


4. "5 Aktien, mit denen ich mein Portfolio von Grund auf neu aufbauen würde"

Chit Chat Stocks | 8. April 2026

Brett Schaefer wählte Uber als eine von fünf portfolio-würdigen Aktien aus, was eine Debatte mit Co-Moderator Ryan über Verteidigungsfähigkeit und Bewertung auslöste.

Das Bullenszenario (Brett):

  • Die Widerstandsfähigkeit des Netzwerks bleibt auch in einer Zukunft mit autonomen Fahrzeugen bestehen, da die Nachfrage schwankt
  • Waymo steht vor einem Kapazitätsproblem: "Entweder man hat genug Fahrzeuge, um die hohe Nachfrage zu Spitzenzeiten zu decken, aber diese Fahrzeuge stehen den Rest des Tages ungenutzt herum, oder man bedient nicht alle Kunden."
  • Sollten 2 bis 3 AV-Unternehmen neben Waymo auf Ubers Plattform erfolgreich sein, hält das hohe Angebot Uber als kostengünstigen Anbieter im Vorteil
  • CEO Dara Khosrowshahi "hat die Margen erhöht und dabei die Stakeholder insgesamt zufriedengestellt"
  • 200 Millionen monatlich aktive Kunden (18 % jährliches Wachstum über das letzte Jahrzehnt)
  • Das operative Ergebnis 2025 erreichte mit 80 Mrd. US-Dollar einen historischen Höchststand bei einer operativen Marge von rund 11 %

Das Bärenszenario (Ryan):

  • Alphabet verfügt über "sieben Plattformen mit zwei Milliarden Nutzern", um kostenlos Werbung für Waymo zu machen, zuzüglich des Vorteils der Android-Vorinstallation
  • Konkurrent Empower bietet Fahrten "zum halben Preis von Uber" über ein Abonnementmodell an
  • Bedenken hinsichtlich Preistreiberei auf Basis von Verbraucherbeschwerden

Bewertungsdebatte: Die Aktie wird derzeit zum rund 27-fachen EV/EBIT gehandelt. Brett prognostiziert bis 2030 ein operatives Ergebnis von rund 190 Mrd. US-Dollar (12 % jährliches Umsatzwachstum, 15 % operative Marge). Bei der aktuellen Marktkapitalisierung von rund 2,25 Billionen US-Dollar entspräche das dem 11- bis 12-Fachen des für 2030 erwarteten Ergebnisses – "man erzielt ein ordentliches Ergebnis, aber kein großartiges." Brett wünscht sich einen 20 bis 30 % niedrigeren Einstiegspreis.


5. "Uber oder Lyft – welche Aktie überlebt?"

Rideshare Rodeo Podcast | 10. April 2026

Die Moderatoren untersuchten den regulatorischen Druck, der das gesamte Geschäftsmodell der Gig-Economy bedroht.

Aktienkurs-Alarm:

  • Uber ist über sechs Monate hinweg um rund 25 % gefallen
  • Lyft notiert bei 13,22 US-Dollar pro Aktie, ein Moderator scherzte: "In ein paar Wochen kann ich mir das Unternehmen für eine Packung Kaugummi kaufen"
  • DoorDash mit der schwächsten Performance: minus 43,8 bis 43,9 %

Regulatorische Bombe: Bis November 2026 werden 28 US-Bundesstaaten entweder den ABC-Test oder den Economic-Reality-Test von 2021 zur Klassifizierung unabhängiger Auftragnehmer anwenden. Die Moderatoren gehen davon aus, dass der ABC-Test (derzeit in Kalifornien, Massachusetts, New Jersey, Illinois und Washington in Kraft) dem Gig-Modell faktisch ein Ende setzen würde: "Für Uber und Lyft ist das dann einfach vorbei. Ihr tägliches Kerngeschäft ist Fahrdienst und Essenslieferung. Also nein, da gibt es kein Entkommen. Das sollten eigentlich fest angestellte W2-Mitarbeiter sein."

Fahrerökonomie: Die Plattform gibt rund 4 Millionen Fahrer an (20 bis 25 % Vollzeit) mit einem Durchschnittsverdienst von 19 bis 20 US-Dollar pro Stunde, doch die Moderatoren äußerten Zweifel an der Nachhaltigkeit dieser Zahlen.


🔮 Was als Nächstes zu beobachten ist

Kurzfristige Katalysatoren (2026)

  • Sommer 2026: Einsatz von Zoox auf der Uber-Plattform in Las Vegas
  • Ende 2026: Joby-Lufttaxi-Service in Dubai; öffentlicher VW/Moya-Start in Los Angeles
  • Ab dem 14. April: CBS-News-Recherche zu Identitätsbetrug bei Fahrern wird ausgestrahlt
  • November 2026: Tests zur Klassifizierung von Auftragnehmern erreichen 28 Bundesstaaten

Mittelfristig (ab 2027)

  • Einsatz von Zoox in Los Angeles
  • Frühestens im vierten Quartal 2026: Integration von Lyft und Waymo in Nashville
  • Walts Vorbehalt zum Zeitplan: "Wir werden 2026 kein Signal zu [der AV-Dynamik zwischen Uber und Lyft] erhalten. Das ist ein Ereignis für 2027."

Zentrale offene Fragen

  1. Wird sich Ubers Strategie mit 40 AV-Partnern als der fokussierten Waymo-Beziehung von Lyft überlegen erweisen?
  2. Kann die regulatorische Kontrolle rund um die Fahrerklassifizierung Änderungen am Geschäftsmodell erzwingen?
  3. Wie wird sich die Ermittlung wegen Identitätsbetrugs auf das Vertrauen der Investoren auswirken?
  4. Warum fehlt Mobileye in Ubers Ankündigungen zur VW-Partnerschaft?

💡 Fazit

Uber steht an einem strategischen Scheideweg. Das Unternehmen weitet seine AV-Partnerschaften aggressiv weltweit aus, während gleichzeitig der Druck auf das Kerngeschäft wächst – von den Beziehungen zu den Fahrern bis hin zu regulatorischen Auseinandersetzungen über die Klassifizierung.

Die optimistische Sicht: Die Breite der Uber-Plattform und ihrer Partnerschaften schafft Optionalität im Übergang zu autonomen Fahrzeugen, während das Unternehmen dank flexibler Angebotssteuerung seinen Status als kostengünstigster Anbieter behält.

Die skeptische Sicht: Die Verteilung der Wetten auf 40 AV-Partner könnte den Fokus im Vergleich zu Lyfts konzentrierter Waymo-Strategie verwässern, während regulatorische Risiken und Reibungen mit den Fahrern die Grundlagen des Geschäftsmodells bedrohen.

Mit CEO Dara Khosrowshahi, der Tesla FSD unterstützt, europäischen Robotaxis, die an den Start gehen, und 28 Bundesstaaten, die bis November vor Klassifizierungstests stehen, dürften die nächsten sechs Monate entscheidend für Ubers autonome Zukunft und die Tragfähigkeit der Gig-Economy sein.


📊 Zahlen im Überblick

  • 40 globale AV-Partnerschaften (laut eigenen Angaben)
  • 200 Mio. monatlich aktive Plattformkunden
  • 80 Mrd. US-Dollar operatives Ergebnis 2025 (historischer Höchststand)
  • rund 27-fach EV/EBIT-Multiple
  • -25 % Aktienperformance über sechs Monate
  • Zehntausende Teslas auf der Plattform
  • 6.500 US-Dollar maximaler E-Fahrzeug-Anreiz für Fahrer (seit 1. April 2026 ausgeweitet)

Analysierte Podcasts: The Road to Autonomy, Show Me The Money Club, Autonomy Markets, Chit Chat Stocks, Rideshare Rodeo Podcast