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Nvidias KI-Chip-Nachfrage bleibt stark, während Custom Silicon Fragen zur Marge aufwirft

NVIDIA-Investorennewsletter für den Zeitraum 27. April bis 3. Mai 2026. Die Nachfrage der Hyperscaler stützt NVDA weiterhin; die Debatte verlagert sich zunehmend darauf, wie viel von der heutigen Margenstruktur die Konkurrenz durch Custom Silicon übersteht.

NVIDIA Intelligence Newsletter

Woche vom 29. April bis 3. Mai 2026: Nvidias KI-Chip-Nachfrage bleibt stark, während Custom Silicon Fragen zur Marge aufwirft


🎯 Zusammenfassung

NVIDIA steht weiterhin im Zentrum des KI-Infrastruktur-Booms. Die Podcast-Diskussionen dieser Woche offenbaren eine wachsende Spannung: historisch hohe Nachfrage und Lieferengpässe stehen aufkommendem Margendruck durch die Konkurrenz von Custom Silicon gegenüber. Zwar ist das Unternehmen bis 2027 ausverkauft und die Hyperscaler geben jährlich über 700 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur aus, doch Amazons Tranium-Chip, der eine annualisierte Umsatzrate von 20 Milliarden Dollar erreicht hat, wirft Fragen auf, ob NVIDIAs Nettomarge von 56 % nachhaltig ist.


📊 Wichtige Entwicklungen dieser Woche

Preisanstieg auf Chinas Graumarkt

Die starke Nachfrage nach Nvidias B300-Servern in China hat die Preise auf rund 1 Million Dollar pro Einheit verdoppelt, nachdem der Graumarkt unter Druck geraten war, wie Reuters am 30. April 2026 berichtete1.

Kontext aus den Podcasts: Dies deckt sich mit Jensen Huangs Aussage bei "Memos to the President" (30. April), wonach NVIDIAs Marktanteil in China aufgrund der Exportkontrollen "auf null gefallen" sei. Die Graumarktprämie zeigt, dass die Nachfrage in China trotz US-Restriktionen anhält.

Europäischer Vorstoß für Halbleiterinvestitionen

Die Europäische Union plant für Ende Mai eine Überarbeitung des Chips Act II, die es der Europäischen Kommission erlauben würde, direkt in die Fertigung zu investieren und die Entwicklung neuer Technologien zu priorisieren. Die Vorschläge sollen Investitionen in große, grenzüberschreitende Projekte fördern, wie Bloomberg am 1. Mai 2026 berichtete1.

Implikation: Dies stellt zusätzliche staatlich geförderte Nachfrage nach Halbleiterausrüstung und Fertigungskapazität dar, wobei Europas Fokus auf Fab-Investitionen eher den Ausrüstungsherstellern als NVIDIA direkt zugutekommen dürfte.


🎙️ Podcast-Intelligence: Die Debatte um Custom Chips

Im Fokus: Jensen Huang bei "Memos to the President" (30. April 2026)

NVIDIAs CEO gab ein breit gefächertes Interview, das unter anderem Folgendes abdeckte:

  • Behauptung zur Marktdominanz: "gut 90 Prozent des weltweiten Marktanteils" bei KI-Chips (ohne China)
  • US-Fertigung: Zusage von "einer halben Billion Dollar an Konsum", um die Halbleiter-Lieferkette zurück ins Land zu holen
  • Zeitplan für Robotik: Humanoide Roboter werden in "ein bis drei Jahren" zum Mainstream, wobei die Mechatronik den Flaschenhals darstellt, nicht die KI
  • Robo-Taxis: "Die Wissenschaft ist vollständig gelöst", Stand April 2026
  • Kritik an der Exportpolitik: Die derzeitigen China-Kontrollen hätten "größtenteils das Gegenteil bewirkt", indem der gesamte Markt preisgegeben wurde
  • Verteidigung der Jobschaffung: "KI hat in den letzten Jahren mehr als eine halbe Million Arbeitsplätze geschaffen"

Fazit für Investoren: Jensens Optimismus bei Robotik und autonomem Fahren deutet auf neue Nachfragetreiber jenseits von Cloud-KI hin, doch seine Kritik an den Exportkontrollen signalisiert anhaltende regulatorische Reibungen.


🔥 Die Amazon-Tranium-Frage

"Squawk on the Street" (30. April 2026)

Jim Cramer erkannte Amazons Fortschritte bei Custom Chips an, tat die Wettbewerbsgefahr aber ab:

"Sollen sie doch so viele Traniums haben, wie sie wollen. Und ich finde es gut, dass sie das auf eigene Faust gemacht haben. Aber NVIDIA ist nach wie vor der dominante Player. Tut mir leid."

Cramer merkte an, dass Amazon zufolge Tranium eine annualisierte Umsatzrate von 20 Milliarden Dollar erreicht habe (dreistelliges Wachstum im Jahresvergleich), und dass "die Rate bei externem Verkauf bei 50 Milliarden Dollar läge". Dennoch betonte er: "Der einzige Grund, warum sie heute Abend gut dastehen, ist, dass niemand genug hat. Es reicht einfach nicht."

Erhöhung der Meta-Investitionsausgaben: Meta hat seine Prognose auf 125 bis 145 Milliarden Dollar angehoben (am oberen Ende plus 10 Milliarden Dollar). Cramer: "Glauben Sie mir, ein großer Teil davon geht an NVIDIA."


"Motley Fool Hidden Gems Investing" (30. April 2026)

Tom Gardner (CEO von Motley Fool) äußerte sich vorsichtiger:

"Ich denke tatsächlich, dass sich NVIDIAs Margen und die Rendite auf das eingesetzte Kapital abflachen werden... Sollten wir wesentliche Margenrückgänge sehen, muss man sich langsam Sorgen um die Bewertungen machen."

Gardner wies darauf hin, dass Hyperscaler "repetitive KI-Workloads auf ihre eigenen Chips" verlagern, stellte aber klar, dass die Bedrohung auf Hyperscaler begrenzt sei. Unternehmen, Start-ups, Behörden und Forscher seien "vollständig an NVIDIA gebunden" und "können nicht 5 Milliarden Dollar ausgeben, um einen eigenen Custom Chip zu bauen".

Nachfragesignal: Amazon berichtete, dass AWS Bedrock "im ersten Quartal mehr Token verarbeitet hat als in allen vorherigen Jahren zusammen".

Die nächste Agenten-Welle rollt an: In den Earnings Calls der Hyperscaler wurde "Agenten" jeweils 33- bis 45-mal erwähnt (Microsoft: 38, Meta: 33, Alphabet: 36, Amazon: 45).


"Shooting the Bull" (30. April 2026)

John Rotonti (Bastion Fiduciary, hält eine NVDA-Position von 3,5 %) argumentierte, dass der Markt die Margenkompression überschätze:

"Auf dem Papier ist das die höchste Qualität, die man je in einem Geschäft sehen wird... die Rendite auf das eingesetzte Kapital liegt über 100 %. Das ist einfach ein unglaubliches Geschäft."

Zentrale Bull-Case-Argumente:

  • Hyperscaler kündigten Investitionsausgaben von über 700 Milliarden Dollar für 2026 an, mit Schätzungen von über 800 Milliarden Dollar für 2027
  • Jensen Huang prognostizierte "3 bis 4 Billionen Dollar bis 2030" für KI-Infrastruktur
  • NVIDIA habe "noch nicht den Gewinnhöhepunkt erreicht"
  • Custom Chips seien für "repetitive Workloads" gedacht, während NVIDIA im hochmodernen Bereich von Inferenz und Training dominiert

Co-Moderator Drowsy offenbarte eine Portfoliokonzentration von 44 % in NVIDIA und betrachtet dies als das beste Einzeltitel-Investment für Exposure zum gesamten KI-Ökosystem.

Rotonti untersuchte (unterstützte aber nicht) ein Szenario mit einer Bewertung von 20 Billionen Dollar: "Wenn KI die Technologie ist, die eine vierte industrielle Revolution einleitet... dann ist eine Bewertung von 20 Billionen Dollar für ein einzelnes Unternehmen vielleicht gar nicht so unfassbar unverschämt."

Gegenposition: Co-Moderator Bear merkte an, dass NVIDIA auf Basis der Schätzungen für die nächsten 2 bis 3 Jahre bei "etwa einem KGV von 12 bis 15" gehandelt werde, was darauf hindeute, dass eine Margenkompression bereits eingepreist sei.


⚠️ Der Bärenfall: "10 Billionen Dollar sind die Obergrenze"

"Motley Fool Hidden Gems Investing" (1. Mai 2026)

Lou Whiteman und John Quast sagten beide voraus, dass NVIDIA bis zum 1. Januar 2030 eine Marktkapitalisierung von unter 10 Billionen Dollar haben werde (aktuell: rund 4,8 Billionen Dollar).

Whitemans Bedenken:

  • Historische Zyklizität: "NVIDIA hatte über die Jahre negatives Umsatzwachstum, in fast sechs der vergangenen 20 Jahre"
  • Die ROI-Rechnung geht nicht auf: Er zitierte eine Analyse, wonach "KI-Unternehmen bis 2029 7 Billionen Dollar, mit einem T, an KI-Umsatz generieren müssen, um überhaupt eine wirklich, wirklich mickrige Rendite von 7 % auf das eingesetzte Kapital zu erzielen", während die gesamten weltweiten Ausgaben für Unternehmenssoftware nur bei etwa 1,5 Billionen Dollar liegen
  • Grenzen bei den Investitionsausgaben: "Die KI-Ausgaben können nicht bis 2030 immer weiter steigen. Es gibt schlicht nicht genug Geld auf diesem Planeten"
  • Einschränkungen bei der Stromversorgung: Die Infrastruktur kann kein unbegrenztes Wachstum tragen

Travis Hoye machte auf eine Deflation der Token-Preise aufmerksam: Die Token-Produktion von Google Cloud stieg im Quartalsvergleich um 60 %, der Umsatz aber nur um 13 % - "Token sind deflationär."

Hoye merkte zudem an, dass das Ökosystem "für andere Chips ausgebaut" werde und dass Deals zwischen OpenAI und AWS "verschleiern werden, welcher Chip tatsächlich zum Einsatz kommt".

Quasts Einschätzung: "Wenn man ein Unternehmen sieht, das eine Nettomarge von 56 % erzielt, entsteht ein Anreiz für andere Unternehmen, in den Markt einzusteigen."


🛡️ Die Antwort der Bullen: "5 Billionen Dollar sind der Boden"

"The Reasoning Show" (3. Mai 2026)

Brandon Wichert wählte NVIDIA als "Grundpfeiler"-Pick:

"Bei NVIDIA ist es nicht kompliziert. Verkauft einfach, was auf dem Lkw ist, und es läuft prächtig."

Zentrale Punkte:

  • NVIDIA sei "für das gesamte kommende Jahr bereits ausverkauft, was Chips angeht"
  • Worst-Case-Szenario: "Selbst wenn sie sich, in Anführungszeichen, schlecht schlagen würden, hieße das nur, dass sie wahrscheinlich ein Unternehmen im Wert von etwa 5 Billionen Dollar sind"
  • "Ich glaube an Jensen" (im Einklang mit Gardners Lob für die Führung)

🤖 Produkt- und Partnerschafts-Updates

"AI For Humans" (29. April 2026)

NVIDIA hat Nemotron 3 Nano Omni veröffentlicht, ein multimodales Modell mit 30 Milliarden Parametern, das auf Smartphones und kleinen Robotern läuft und nativ Audio, Video und Text verarbeitet.

Kevin Pereira äußerte Bedenken zur Abschreibung: "Man gibt Milliarden von Dollar aus, um all diese Server und High-End-Chips zu haben, und im nächsten Jahr bringt NVIDIA schon wieder etwas Neues heraus. Und plötzlich sind die eigenen Chips nur noch halb so leistungsfähig."

Gavin Purcell hielt dagegen: Ältere Chips seien "vielleicht nicht so leistungsfähig wie brandneue Chips, aber sie dienen den neuen Modellen besser, als sie den alten Modellen gedient haben".

Die Moderatoren wiesen auf eine zirkuläre Finanzierung hin: "Oracle stellt OpenAI einen großen Scheck aus... OpenAI stellt NVIDIA einen Scheck aus. NVIDIA stellt Oracle einen Scheck aus. Es ist, als würden sechs Unternehmen sich gegenseitig Geld zuschieben."


"NVIDIA AI Podcast" (29. April 2026)

Ergebnisse der Partnerschaft mit Dassault Systèmes:

  • Der Einsatz von NVIDIAs Nemotron 3 Super verbesserte die Reasoning-Leistung um 20 %
  • Parse steigerte den Dokumentendurchsatz um 30 %
  • Jensen Huang nahm im Februar 2026 an der Dassault-Konferenz teil

"Shooting the Bull" (30. April 2026)

Rotonti wies darauf hin, dass NVIDIA sich über GPUs hinaus ausdehnt: Auf der GTC "kündigten sie an, ein Rack zu bringen, das nur aus CPUs besteht".


💰 Bewertungsspektrum (Stand 3. Mai 2026)


🎓 Konsensthemen

  1. Angebotsknappheit = Preissetzungsmacht bleibt intakt (zumindest bis 2027)
  2. Custom Chips sind real, aber in ihrem Umfang begrenzt (nur repetitive Hyperscaler-Workloads)
  3. Eine Abflachung der Margen ist Konsens (die Frage ist Ausmaß und Zeitpunkt)
  4. Jensen Huang gilt als unersetzlich (Gardner: "der größte Wirtschaftsführer in der amerikanischen Geschichte")
  5. Agentische KI ist die nächste Nachfragewelle (33- bis 45-mal pro Hyperscaler-Earnings-Call erwähnt)
  6. Energie/Stromversorgung ist der eigentliche Engpass (nicht Chipdesign oder Kapital)

📉 Risiko-Dashboard


📢 Bemerkenswerte Zitate der Woche

"Jensen Huang ist wohl der größte Wirtschaftsführer in der amerikanischen Geschichte." , Tom Gardner, CEO von Motley Fool

"Man kann Jensen nicht modellieren... er ist ein Unikat... bei Jensen gibt es einfach eine Optionalität, die man nicht kennt und sich nicht vorstellen kann." , John Rotonti, Bastion Fiduciary

"Wir sollten wie verrückt exportieren... Warum sollte KI nicht auch in dieses Lager gehören?" , Jensen Huang zur China-Exportpolitik


🔮 Worauf man achten sollte

  • Ende Mai: Details zum EU Chips Act II (könnte auf inkrementelle europäische Nachfrage hindeuten)
  • Q2-Earnings des Geschäftsjahrs 2027: Erster Test, ob sich die Margenkompression beschleunigt
  • Q2-Calls der Hyperscaler: Verfolgen, wie oft "Custom Silicon" versus "NVIDIA" erwähnt wird
  • Energiepolitik: US-Pläne zur Stromversorgung werden die Obergrenze für die Infrastruktur bestimmen
  • Chinas Graumarkt: Ob die 1-Millionen-Dollar-Preise für B300 bei verschärfter Durchsetzung Bestand haben

Quellen:


Dieser Newsletter fasst Podcast-Diskussionen und Nachrichten vom 29. April bis 3. Mai 2026 zusammen. Die von Podcast-Gästen geäußerten Ansichten stellen keine Anlageberatung dar.

Additional web sources used:

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