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Palantir-Bullen berufen sich auf Q1-Wachstum, während Skeptiker vor Bewertung und Insiderverkäufen warnen

Palantir-Investorennewsletter für den Zeitraum 20. bis 24. Mai 2026. Staatsgeschäft und KI-Dynamik stützen die PLTR-Bullenthese, während Skeptiker das Risiko einer Bewertungskompression anmahnen und die Meinungen weiterhin auseinandergehen.

Palantir (PLTR) Wöchentlicher Podcast-Newsletter

Woche vom 24. Mai 2026: Palantir-Bullen berufen sich auf Q1-Wachstum, während Skeptiker vor Bewertung und Insiderverkäufen warnen

Diese Woche in PLTR-Podcasts: Insider-Bullen gegen Bewertungs-Falken

Die diesjährige Audio-Berichterstattung zu Palantir zeigte diese Woche einen deutlichen Gegensatz: eine ausführliche, insidergeleitete Bullenthese, die sich auf die Ergebnisdynamik des ersten Quartals 2026 stützt, gegenüber einer scharfen, ethisch motivierten Bärenthese eines unabhängigen Beraters. Bemerkenswert ist, dass keiner der wichtigen externen Kommentatoren, die wir verfolgen (Cathie Wood, Dan Ives, Stephen Ju), diese Woche in Podcasts zu PLTR-spezifischen Themen auftrat. Die Berichterstattung war insgesamt dünn, nur 2 von 57 gesichteten Episoden enthielten eine substanzielle Diskussion über Palantir.

Dieser Newsletter stellt die Podcast-Kommentare der Woche zwei aktuellen Nachrichten gegenüber, die den Insiderverkauf und einen großen Vertragsstreit mit dem Pentagon betreffen. Beide Themen haben es noch nicht in den Podcast-Zyklus geschafft, verdienen aber die Aufmerksamkeit der Anleger.


Episode 1: Cloud Wars Live mit Bob Evans (22. Mai 2026)

Mit Chad Wahlquist, Palantir-Architekt

⚠️ Hinweis zur Offenlegung: Es handelt sich um ein anbieternahes Interview mit einem Palantir-Mitarbeiter. Aussagen sind entsprechend einzuordnen.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Die Zahlen aus Q1 2026 bildeten den roten Faden des Gesprächs. Moderator Bob Evans verwies auf ein Umsatzwachstum von 70% im Jahresvergleich sowie auf ein Wachstum des US-Geschäftskundenumsatzes von 133% im Jahresvergleich, erzielt bei nahezu unveränderter Mitarbeiterzahl.
  • Alex Karps Formulierung "70 statt 7.000 Vertriebsmitarbeiter" nahm einen breiten Raum ein. Evans zitierte Karps Aussage aus der Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen, wonach ein typisches Unternehmen von der Umsatzgröße Palantirs üblicherweise rund 7.000 Vertriebsmitarbeiter beschäftigen würde, Palantir aber nur etwa 70 (davon nur rund 7 in Vollzeit im Vertrieb) hat. Wahlquist argumentierte, dass die sogenannten Forward-Deployed Engineers (FDEs), die direkt mit den Live-Produktionsdaten der Kunden arbeiten, den eigentlichen Vertriebsmotor darstellen.
  • Umbenennung zu "Agent Camps". Die früheren Boot Camps wurden offiziell umbenannt, um den agentenbasierten KI-Workflows Rechnung zu tragen. Wahlquist zufolge werden Projektumfänge, für die früher drei bis vier Monate nötig waren, inzwischen in drei bis vier Tagen umgesetzt, ein Kunde habe innerhalb von drei Monaten nach der ursprünglichen Vertragsunterzeichnung einen Anschlussvertrag abgeschlossen.
  • Partnerschaft rund um SAP Sapphire 2026. Wahlquist, der im Mai auf der Sapphire-Konferenz einen Vortrag hielt, erklärte, Palantir könne Migrationen von SAP ECC auf S4/HANA mithilfe agentenbasierter Workflows um mehr als 50% beschleunigen; einige Kunden hätten dabei über 100 ERP-Systeme in S4 konsolidiert.
  • These zum Wettbewerbsvorteil (Moat): Wahlquist argumentierte, das große Sprachmodell selbst sei mittlerweile ein Commodity, jedes Unternehmen habe Zugriff auf ein Frontier-Modell. Der eigentliche Vorteil Palantirs liege in der Kombination aus Ontologie und dem FDE-Lieferungsmodell. Wettbewerber, die das FDE-Modell ohne die zugrunde liegende Plattform kopieren, würden letztlich "zu einem klassischen Beratungsgeschäft degenerieren".

Episode 2: InvestTalk mit Justin Klein (20. Mai 2026)

KPP Financial, Zuhörerfragen-Segment

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Die Bärenthese ist politisch, nicht fundamental begründet. Als Antwort auf einen Anrufer (Sam aus West L.A.), der sowohl PLTR als auch POET hält, bezeichnete Klein Palantir als "eklatant überbewertet" und weigerte sich, auf Bewertungskennzahlen oder Wachstumsraten einzugehen. Seiner Meinung nach werde die Aktie ausschließlich von politischen Wetten getrieben, nicht von den Fundamentaldaten.
  • These = Wette auf die staatliche Überwachungsadoption. Klein beschrieb PLTR als Wette darauf, "ob ihre Technologie unter dieser und künftigen Regierungen weiterhin im gesamten Militär eingesetzt wird."
  • Warnung vor Gegenreaktionen. Klein wies auf das Risiko hin, dass Bürger sich gegen eine wahrgenommene Ausweitung der Überwachung im Sinne eines "Polizeistaats" oder "Bevormundungsstaats" wehren könnten.
  • Persönliche Präferenz: Klein sagte, er würde aufgrund seiner Abneigung gegen Palantirs Unternehmensmission lieber das spekulativere POET als PLTR halten.

Bemerkenswertes Zitat:

"Das hat nichts mit den Fundamentaldaten des Unternehmens zu tun, sondern damit, dass es einfach eklatant überbewertet ist.", Justin Klein

Bemerkenswert ist, dass Klein sich an keiner Stelle mit den Ergebnissen des ersten Quartals 2026, mit AIP oder mit irgendeiner konkreten Bewertungskennzahl auseinandersetzte.


📰 Aktuelle Nachrichten außerhalb des Podcast-Zyklus

Diese Woche kamen zwei wesentliche Entwicklungen ans Licht, mit denen sich Podcaster bislang noch nicht befasst haben. Anleger sollten die Kommentare der kommenden Woche entsprechend im Blick behalten:

1. Direktor Alexander Moore verkauft Aktien im Wert von 2,14 Mio. USD

Alexander D. Moore, Director, verkaufte am 15. Mai 2026 16.000 Aktien von Palantir Technologies (PLTR) für 2.144.663 USD. Gemäß der bei der SEC eingereichten Form 4 hält Moore weiterhin insgesamt 1.124.978 Class-A-Stammaktien des Unternehmens, davon 1.124.978 Aktien direkt gehalten.

Einordnung: Der Verkauf entspricht rund 1,4% von Moores direkten Beständen, eher eine moderate Reduzierung als ein vollständiger Ausstieg, angesichts des jüngsten Kursanstiegs der Aktie aber dennoch erwähnenswert.

2. Palantir geht gegen die DIA im Zusammenhang mit dem MARS-Vertrag vor

Palantir Technologies stellt die Möglichkeit der Defense Intelligence Agency (DIA) des Pentagon infrage, für einen Vertrag zur Modernisierung des Datenanalyse-Systems der Behörde ausgeschlossen zu werden. Das berichtete Axios am Donnerstag unter Berufung auf eine entsprechende Eingabe.

Palantir argumentiert, die DIA nutze keine kommerziellen Softwarelösungen und verschwende Steuergelder, indem sie das System weiterhin intern entwickle. Das Programm mit dem Namen Machine-assisted Analytic Rapid-repository System (MARS) befindet sich seit Jahren in der Entwicklung als Nachfolger einer älteren Geheimdienstplattform, hat im Vergleich zu verfügbaren kommerziellen Tools bislang jedoch uneinheitliche Ergebnisse geliefert.

Ein hochrangiger Vertreter der nationalen Sicherheit der Trump-Administration erklärte gegenüber Axios, das Weiße Haus wolle einen breiteren Wettbewerb bei föderalen Technologieverträgen fördern.

Einordnung: Dieser Streit steht in direktem Zusammenhang mit Wahlquists Aussagen bei Cloud Wars Live zur Wertthese "kommerzielle Software versus maßgeschneiderte Eigenentwicklung". Er berührt auch Kleins Bärenthese: Palantirs Abhängigkeit von politischen Entscheidungen der Regierung wirkt in beide Richtungen, in diesem Fall jedoch günstig, da die aktuelle Administration den Wettbewerb zwischen Anbietern unterstützt.

Was in der Berichterstattung dieser Woche fehlt

  • Keine Kommentare von Cathie Wood / ARK zu PLTR, trotz laufender Positionsanpassungen.
  • Keine Auftritte von Sell-Side-Analysten (Dan Ives, Stephen Ju) zu PLTR.
  • Keine Berichterstattung von Wettbewerbern (Snowflake, Databricks, C3.ai), die Palantir direkt erwähnte.
  • Keine regulatorischen oder politischen Stimmen (Warren, Miller), die Palantir in Podcast-Formaten thematisierten.

Fazit für Anleger

Das Podcast-Material dieser Woche ist asymmetrisch und dünn: ein bei Palantir angestellter Bulle steht einem ethisch motivierten Bären gegenüber, der sich weigerte, auf die Fundamentaldaten einzugehen. Keine der beiden Perspektiven ist für Anleger, die eine unabhängige Analyse suchen, wirklich befriedigend. Das eigentlich relevantere Signal liegt möglicherweise außerhalb der Podcast-Welt: der Insiderverkauf eines langjährigen Direktors trifft auf einen aufsehenerregenden Vertragsstreit, bei dem sich Palantir als steuerzahlerfreundliche kommerzielle Alternative zu internen Pentagon-Eigenentwicklungen positioniert. Es lohnt sich, in der kommenden Woche auf die Reaktionen der Analysten auf die DIA-Eingabe zu achten.


Quellen: