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Tesla-Podcasts uneins über SpaceX-Fusion: Reuters und Bloomberg stellen Robotaxi-Fortschritte infrage

Tesla investor newsletter for May 27–31, 2026. Podcasts split between an ARK-led SpaceX merger bull case and a hard-data bear case as Reuters questions the FSD safety math and Bloomberg pegs Tesla at 42 Texas robotaxis to Waymo's 577.

Der Tesla Investor Brief

Woche vom 27. bis 31. Mai 2026: Tesla-Podcasts uneins über SpaceX-Fusion, während Reuters und Bloomberg Robotaxi-Fortschritte infrage stellen


Das große Bild dieser Woche

Die Tesla-Podcast-Landschaft spaltete sich diese Woche in zwei Lager mit kaum Berührungspunkten. Die Bullen, angeführt von ARK Invest, deuteten den bevorstehenden SpaceX-Börsengang als Auslöser für eine wertschaffende Fusion und stilisierten Tesla zur künftigen Robotaxi-Cashmaschine. Die Bären (Pivot, Stage Zero, Loftus Peak) erhielten diese Woche seltene externe Bestätigung: eine Reuters-Recherche stellt Teslas Sicherheitsstatistik zum Full Self-Driving infrage, und Bloomberg-Daten zeigen, dass in Texas nur 42 Tesla-Robotaxis unterwegs sind – gegenüber 577 bei Waymo. Im Folgenden die Zusammenfassung.


🔥 Das beherrschende Thema der Woche: Die Frage nach der SpaceX-Tesla-Fusion

Da der SpaceX-Börsengang für rund den 12. Juni erwartet wird, konzentrierte sich die Podcast-Szene auf eine zentrale Frage: Wird Elon Musk sein Kronjuwel SpaceX mit Tesla verschmelzen? Die Erzählung erhielt Mitte der Woche Rückenwind, als der frühe SpaceX-Investor Peter Diamandis gegenüber Bloomberg äußerte, Tesla und SpaceX könnten nach dem SpaceX-Börsengang letztlich fusionieren – ein Schritt, der Musks Kontrolle über seine Unternehmen weiter konsolidieren würde.

FYI – For Your Innovation (ARK Invest), 28. Mai 2026

Tasha Keeney und Brett Winton von ARK Invest lieferten die bullischste Einschätzung der Woche. Keeney bezeichnete einen Zusammenschluss von SpaceX und Tesla als "wahrscheinlich" innerhalb von rund zwei Jahren, sobald SpaceX-Aktien nach dem Börsengang für die Preisfindung freigegeben würden. Winton ging noch weiter und nannte eine Fusion innerhalb von zwei Jahren "wahrscheinlicher als unwahrscheinlich", da wechselseitige Vorstandsgenehmigungen für geschäftliche Verflechtungen "umständlich und aus strategischer Logik heraus nicht sonderlich sinnvoll" seien.

Ihre These: Tesla werde "so viel Cash haben, dass man aus dem RoboTaxi-Geschäft heraus gar nicht weiß, wohin damit" – was Tesla zum naheliegenden Kapitalgeber für SpaceX' "hochrentable" KI- und Satelliteninfrastruktur nach einer Fusion mache. Keeney merkte zudem an, dass Tesla die "XAI-Modelle als Orchestrierungsschicht" sowohl für RoboTaxi als auch für Optimus etablieren wolle.

Pivot (Kara Swisher und Scott Galloway), 29. Mai 2026

Die Bärenseite kam in dieser Folge deutlich zu Wort. Kara Swisher erklärte, die Fusion "ergibt vollkommen Sinn … Es hilft, so einiges zu verschleiern", und verwies dabei auf frühere konzerninterne Transaktionen wie SpaceX' Kauf von Cybertrucks. Scott Galloway wählte einen einprägsamen Vergleich mit Schneewittchen: SpaceX sei der attraktive Vermögenswert, doch jeder Käufer müsse "diese sieben teuren und neurotischen Zwerge mit übernehmen" (gemeint sind Tesla, XAI usw.).

The Paul Barron Crypto Show, 29. Mai 2026

Gast Evan Aldo bezifferte die Wahrscheinlichkeit einer Fusion auf "70 bis 80 Prozent". Ein weiterer Kommentator argumentierte, die Zwei-Billionen-Dollar-Bewertung von SpaceX sei "bewusst so hoch angesetzt, um bei einer Fusion unter Gleichen über Verhandlungsmacht zu verfügen", und prognostizierte, Musk werde bereits wenige Tage nach dem Börsengang handeln.


🚖 Realitätscheck Robotaxi: Die Zahlen verschlechtern sich weiter

Die Skepsis der Podcast-Szene gegenüber Teslas Robotaxi-Geschäft erhielt diese Woche neue Munition durch einen erstaunlichen Datenpunkt: Fast ein Jahr nach dem Start des Dienstes sind in Texas laut Bloomberg, das sich auf erstmals nach neuen Vorschriften veröffentlichte Daten der texanischen Kraftfahrzeugbehörde (DMV) beruft, nur 42 Tesla-Fahrzeuge tatsächlich als Robotaxis im Einsatz – gegenüber 577 Robotaxis von Waymo im selben Bundesstaat.

Elon Musk Podcast (Stage Zero), 28. Mai 2026

Die Moderatoren behaupteten, die Zahl aktiver, unbeaufsichtigter Fahrzeuge in Austin sei von 19 auf 13 gesunken, während die globale unbeaufsichtigte Flotte nur 20 Fahrzeuge umfasse – Zahlen, die angesichts der von Bloomberg bestätigten 42 Fahrzeuge in ganz Texas inzwischen geradezu konservativ wirken. In ihrem dreiwöchigen Testlauf in Austin lagen die Wartezeiten in 50 Prozent der Fälle über 15 Minuten.

Am schwersten wog die Behauptung, Tesla habe "die Beschriftungs-/Labeling-Belegschaft in Utah verdoppelt", um den Geofence-Bereich in Austin manuell vorzukartieren – ein direkter Widerspruch zu Teslas Marketing eines rein kameragestützten, generalisierten KI-Systems. Zitat der Woche: "Wenn das System eine intensive manuelle Vorkartierung eines einzigen Gebiets benötigt, nur um dort schlecht zu funktionieren, könnte die zugrunde liegende, rein kamerabasierte Hardware an eine harte Obergrenze stoßen."

Pivot, 29. Mai 2026

Scott Galloway erklärte, Teslas Robotaxi-Dienst in San Francisco setze weiterhin eine Sicherheitsaufsicht auf dem Vordersitz ein, und Tesla habe die Robotaxi-Flotte in Austin "zurückgefahren". Er stellte dies dem Wettbewerber Waymo gegenüber ungünstig gegenüber: "Ich wohne in Beverly Hills. Wenn ich auf meine Terrasse gehe, sehe ich einen Waymo. Die sind überall in L.A."


⚠️ FSD-Sicherheitsversprechen unter Beschuss

Die Reuters-Berichterstattung dieser Woche bestätigte mehrere Kritikpunkte der bärischen Podcasts nachdrücklich. Eine Reuters-Recherche berichtete, dass Teslas Sicherheitsversprechen zum "Full Self-Driving" auf einer fehlerhaften Methodik beruhen und dass es interne Bedenken hinsichtlich der Systemzuverlässigkeit gibt, unter anderem Skepsis ehemaliger Datenbeschrifter und Ingenieure gegenüber der tatsächlichen Fahrleistung im realen Straßenverkehr. Entscheidend: Reuters fand heraus, dass den Sicherheitsversprechen ein fehlerhafter Vergleich zugrunde liegt, der die tatsächliche Leistung um etwa den Faktor drei überzeichnet haben könnte, da Tesla Unfälle mit Airbag-Auslösung bei eigenen Fahrzeugen mit breiter angelegten föderalen Abschleppwagen-Unfalldaten verglich, die bereits weniger schwere Vorfälle einschließen.

Dies bestätigt direkt die Behauptung von Stage Zero aus dem Podcast vom 28. Mai, wonach Teslas Statistik "zehnmal sicherer als ein Mensch" bei einer Normierung auf Airbag-Auslösungs-Vergleiche auf etwa den Faktor drei zusammenschrumpft. Zudem hatten die Moderatoren behauptet, 7 von 9 Tesla-Datenbeschriftern hätten angegeben, sich beim Fahren nicht auf FSD verlassen zu wollen – eine Aussage, die nun durch die Reuters-Berichterstattung über die Skepsis der Beschrifter untermauert wird.


🌍 Verkaufszahlen in Europa: Widersprüchliche Signale

Diese Woche zeigte sich ein deutlicher Widerspruch zwischen der Podcast-Erzählung und den tatsächlich gemeldeten Daten.

Pivot (29. Mai): Galloway behauptete, Teslas Verkäufe in Europa seien 13 Monate in Folge gesunken (Norwegen minus 90 Prozent, Niederlande minus 80 Prozent, Großbritannien minus 50 Prozent), während die Zulassungszahlen von BYD um 260 Prozent gestiegen seien.

Die tatsächlichen Aprildaten erzählen jedoch eine ganz andere Geschichte: Tesla meldete im April in Europa erneut einen Verkaufsanstieg, mit einem Plus bei den Neuzulassungen von 46,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 10.654 Fahrzeuge europaweit, während die Verkäufe in der EU sogar um mehr als 67 Prozent auf 9.169 Einheiten zulegten.

Dennoch bleibt Galloways Sorge um den Wettbewerb berechtigt: Chinesische Autohersteller verzeichneten in Europa weiterhin ein kräftiges Wachstum. Die BYD-Verkäufe mehr als verdoppelten sich auf 27.008 Fahrzeuge, und Leapmotor meldete einen Zuwachs von 407 Prozent. BYD verkauft mittlerweile in Europa mehr als 2,5-mal so viele Fahrzeuge wie Tesla.


🇨🇳 Konkurrenz aus China: ein wiederkehrendes Thema der Bären

Equity Mates Investing Podcast, 28. Mai 2026

Anshu Sharma von Loftus Peak (die seit 2021 keine Tesla-Aktien mehr hält) argumentierte, es gebe an anderer Stelle bessere und günstigere Möglichkeiten, auf Teslas zentrale Themen zu setzen: Pony.ai und WeRide konkurrieren in China bereits im großen Maßstab mit Tesla und Waymo, Unitree und Ubitec produzieren humanoide Roboter im industriellen Maßstab, und "Tesla braucht rund 40 Minuten zum Laden. Bei BYD und [CATL] laden Sie in fünf Minuten."

Zitat: "Bei all diesen vier Bereichen weiß ich ehrlich gesagt nicht, was Tesla dort eigentlich vorhat – ich bekomme derzeit in China zu diesen Themen bessere Exponierung, im großen Maßstab und mit der besten verfügbaren Technologie."


💰 Debatte über die Bewertung

  • Galloway (Pivot, 29. Mai): Tesla wird derzeit mit dem 192-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt, Apple hingegen mit dem 33-Fachen. "Aktien sind wie Marken – teils Versprechen, teils tatsächliche Leistung. Niemand bekommt günstigeres Kapital allein auf Basis des Versprechens als Elon Musk … und die tatsächliche Leistung hinkt dem Versprechen weit hinterher."
  • Stage Zero (28. Mai): stellte Teslas "Billionen-Dollar-Bewertung" als vollständig auf der Prämisse einer skalierbaren Softwareplattform beruhend dar – eine Prämisse, die durch manuelle Kartierung und regulatorische Reibungspunkte widerlegt werde.
  • Evan Aldo (The Paul Barron Show, 29. Mai, bullisch): Tesla werde "auf 600 Dollar steigen und wahrscheinlich bis zum Ende dieses Jahrzehnts sogar 900 Dollar erreichen".

📊 Neue regulatorische und makroökonomische Gegenwinde dieser Woche

Über die Podcast-Kommentare hinaus dürften mehrere Entwicklungen die Berichterstattung der kommenden Woche prägen:

  1. USMCA-Zollrisiko: Die Trump-Administration wird voraussichtlich eine Änderung des USMCA-Abkommens vorschlagen, wonach mindestens die Hälfte der Bauteile und Materialien eines Fahrzeugs aus US-Quellen stammen muss, um von reduzierten Zöllen zu profitieren – eine deutliche Erhöhung des geforderten US-Anteils bei im Rahmen des Abkommens gebauten Fahrzeugen. Tesla zählt zu den börsennotierten Unternehmen, die davon betroffen wären, neben Ford, GM, Honda, Lucid, Rivian, Stellantis, Toyota und Volkswagen.
  2. Update zur Arbeitskampf-Situation in Schweden: Teslas seit Langem andauernder Arbeitskampf in Schweden wurde teilweise zurückgefahren, nachdem die Gewerkschaft IF Metall die Streiks in Werkstätten in Malmö und Uppsala beendet hat. Der Konflikt geht auf das Jahr 2023 zurück und dreht sich um einen Tarifvertrag; der umfassendere Streik in ganz Schweden dauert jedoch an, mit Solidaritätsaktionen nordischer Arbeitnehmerverbände, die Fahrzeugwartung, Häfen und Logistik weiterhin beeinträchtigen.
  3. Verzögerungsrisiko beim SpaceX-Börsengang: Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat SpaceX angewiesen, den Fehlschlag der Starship-Booster-Stufe vom 22. Mai zu untersuchen. Dadurch verzögern sich weitere Testflüge bis zur behördlichen Freigabe, was die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Starts vor dem für Mitte Juni erwarteten Börsengang verringert – und damit möglicherweise auch den von ARK und anderen diese Woche diskutierten Fusionszeitplan nach hinten verschiebt.

🎯 Ausgewählte Namen von der Influencer-Watchlist

  • Cathie Wood / ARK Invest (über Brett Winton und Tasha Keeney): bullisch zu Fusion und RoboTaxi-These.
  • Scott Galloway (Pivot): entschieden bärisch bei Bewertung, Europa-Geschäft und Cybertruck.
  • ❌ Dan Ives, Adam Jonas, Elon Musk, Sandy Munro: diese Woche keine nennenswerten Podcast-Auftritte erfasst.

Fazit

Die Woche war ungewöhnlich stark polarisiert. Das Bullenlager (ARK sowie Krypto- und Makro-Kommentatoren) sieht im bevorstehenden SpaceX-Börsengang den Katalysator für eine wertschaffende Fusion und stellt Tesla als künftige Robotaxi-Cashmaschine dar. Das Bärenlager (Galloway, Swisher, Stage Zero, Loftus Peak) erhielt diese Woche erhebliche externe Bestätigung durch Reuters' Recherche zur FSD-Sicherheit und Bloombergs eindrückliches Verhältnis von 42 zu 577 bei den Robotaxi-Zahlen. Da chinesische E-Auto-Hersteller in Europa weiter Marktanteile gewinnen und neue USMCA-Zollanforderungen bevorstehen, hat die operative Bären-These mit Blick auf den Juni handfeste Daten hinter sich.


Quellen